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Personalentwicklung und Seminare

geschrieben am 15. Januar 2010 von Angélique Morio

Personalentwicklung wird in Unternehmen immer wichtiger. Dies zeigt sich deutlich an der Zahl der Unternehmen, die das Thema Personalentwicklung auch als Inhouse Trainings buchen. Auffällig ist dabei, dass in vielen Unternehmen Personalentwicklung noch die Durchführung oder Buchung von Seminaren bedeutet. Dabei ist Personalentwicklung viel mehr als nur Trainings und Workshops zu buchen.

Letzte Woche habe ich im Auftrag der Haufe Akademie in einem Inhouse Seminar Geschäftsführung und Führungskräfte einer Hochschule zum Thema Personalentwicklung trainiert. Im Vorgespräch hatten wir verschiedene Aspekte der Personalentwicklung beleuchtet, die allen Teilnehmern besonders wichtig waren:

  • Wie sieht ein ganzheitliches Personalentwicklungskonzept aus?
  • Welche einzelnen Instrumente können in der Personalentwicklung überhaupt eingesetzt werden?
  • Wie sieht die individuelle Personalentwicklung im Vergleich zur strategieorientierten Personalentwicklung aus?
  • Wie können Führungskräfte den individuellen Personalentwicklungsbedarf von Mitarbeitern ermitteln und diesen im Nachgang auch erfolgreich messen?
  • Welche Rolle, Aufgabe und Verantwortung haben Geschäftsführung, Führungskräfte und Personalbereich in der Personalentwicklung?

Wieder einmal bin ich einem alten Phänomen begegnet: Viele Unternehmen reduzieren die Personalentwicklung ihrer Führungskräfte und Mitarbeiter zunächst auf Seminare und haben keine Idee, was Personalentwicklung sonst noch alles bedeuten könnte. Mitarbeiter, Personalabteilung und Führungskraft zerbrechen sich den Kopf, welches Seminar im neuen Geschäftsjahr für den Mitarbeiter hilfreich und gut wäre. Trainings werden gebucht, die gut klingen, vielleicht sogar in einer Stadt, wo der Mitarbeiter schon lange mal hinwollte, aber welches Ziel in der Personalentwicklung damit erreicht werden soll, wird nicht definiert. Es werden Tausende von Euro ausgegeben, ohne dass Unternehmen häufig sagen können, was die Weiterbildung dem Teilnehmer wirklich gebracht hat und sparen aber z.B. am neuen Bürostuhl für den bandscheibengeschädigten Mitarbeiter. Ich finde Trainings und Seminare einen wichtigen Bestandteil der Personalentwicklung, wenn diese zielgerichtet und nicht mit der Gieskanne eingesetzt werden.

Dabei besteht die Personalentwicklung von Führungskräften und Mitarbeitern aus viel mehr Möglichkeiten wie ein Training oder ein Seminar. Hierzu können z.B. Teilnahme an Projekten, Coaching, Zusatzausbildungen, Zertifizierungen, Übernahme neuer Aufgaben, Hospitanzen, Mentorenprogramme oder auch Patenschaften gehören. Dies hängt davon ab, was dem jeweiligen Unternehmen hilft, die Personalentwicklungsziele zu erreichen. Wichtig dabei ist auch, dass wir uns verdeutlichen, dass Personalentwicklung in erster Linie direkt am Arbeitsplatz stattfindet, was häufig Unternehmen und Mitarbeitern nicht mehr im Hauptfokus ist.

Die grundlegende Frage aber ist: wann macht ein Seminar oder Training wirklich Sinn? Diese Frage lässt sich relativ schnell beantworten: Wenn fundamentale Kenntnisse und Fähigkeiten (wie z.B. Sprachen, IT, Grundlagen Mitarbeiterführung, …) oder unmittelbar danach anwendbare Kompetenzen (wie z.B. Telefontraining für Hotline, Durchführung von Konfliktgesprächen, Verbesserung der Präsentationskompetenz, …) erlernt oder erworben werden sollen. In diesen Fällen helfen und unterstützen Seminare sehr gut die Weiterentwicklung der Mitarbeiter. Wenn dem nicht so ist, gilt es zu überprüfen, ob vielleicht ein anderes Personalentwicklungsinstrument in diesem Fall effektiver wäre.

Am Beispiel der Hochschule war sehr schön zu sehen, wie viel man bewegen kann, wenn alle an einem Strang ziehen und gemeinsam Verbesserungen in der Personalentwicklung erzielen wollen.